Südengland II, unter den Büschen oder my life in the bush of
ghosts
Bericht von Frank Schlaak
Vom 22.07. - 03.08.06 war mal wieder Family-Urlaub in Süd-England angesagt. Wir
waren ca 50 km südwestlich von Bristol landeinwärts in einem Dorf am
gleichnamigen Channel untergebracht.
Da es ein Familien-Trip war, musste ich mit der Angelei dosiert umgehen, angemessen der Leidenschaft fröhnen war also angesagt, d.h. es wurde ein klares Zeit-Kontingent verabredet: dreimal durfte ich ran, was ich wiederum etwas knapp fand...
Zum Fischen habe ich mir zwei Stellen eines kleineren Kanals ausgesucht, der teilweise wie ein Fluss wirkt, und viele Fischarten führt, darunter auch Hechte und Barsche.
An den ersten beiden Tagen habe ich Köderfische eingesetzt, am dritten Tag abends ausschließlich mit Kunstködern geangelt. Wie im letzten Jahr und davor, gab es spektakuläre Szenen, die ich leider nicht mit der Diggi festhalten konnte.
So bin ich auf den ersten Hecht dadurch aufmerksam geworden, dass er eine kleines Rotauge zunächst genommen, dann aber wieder ausgespuckt hat. Der Anschlag kam zu spät, der Fisch war weg. Der zweite Kontakt etwas später gestaltete sich durch eine sehr konsequent geführte Barschjagd direkt vor meinen Füßen: ein an der Oberfläche um sein Leben kämpfendes Bärschlein zuckte plötzlich kieloben zunächst unkontrolliert an der Wasseroberfläche herum, zu dessen Verhalten ich kurzfristig keine Erklärung fand. Eine unmittelbar folgende Explosion im Wasser vor meinen Füßen löste mit zwei vehementen Stößen das Rätsel-offensichtlich hatte Esox den Barsch vorher schon attackiert und ihn nun schlussendlich unerbittlich mit 2 schnellen Stößen zur Strecke gebracht.
Das süß-heiße Adrenalin schoß mir durch die Adern, das Jagdfieber hatte mich nun auch erwischt. Nach ein paar Versuchen hatte ich dann den Hecht selbst am Haken-ein strammer 75er, der mir dreimal über die Rollenbremse ging (Rute war eine Beastmaster 15-40g mit mittlerer Rolle). Am zweiten Tag hatte ich drei Hechte am selben Abschnitt zwischen 55 und 65cm; der dritte war dann mein quotenmäßiges Highlight, von Schweden abgesehen: drei Hechte am Morgen auf Naturköder, abends fand ich wiederum die Fängigkeit von Kunstködern bestätigt: weitere fünf Pikes fielen auf die Imitate an einer anderen Stelle stromabwärts herein.
Der Profi-Blinker in der mittleren und großen Version brachte fast alle Fische, die wiederum eher klein waren, ebenso zwischen 50 und 65cm, an der Rute dennoch Spaß bereiteten. In den Seerosenfeldern knallten die Räuber durch die Wasseroberfläche ihrer Beute hinterher, es war ein richtig geiler Abschlusstag. Fürs nächste Jahr dürfen die "Jungs" durchaus etwas größer sein. Kräftigere Fische stehen dort auch herum, wie ein englischer Angel-Kollege meinte, der an der gleichen Stelle einen 8-9 Pfünder am gleichen Abend verloren hatte. Zur Artenvielfalt sei noch gesagt, dass ich mit der Senke in 2 Zügen Rotaugen, Rotfedern, kleine Brassen, Barsche, Gründlinge und Kaulbarsche an einer Stelle fangen konnte. 3 von denen befinden sich nun im Teich meiner Ma, was meine Tochter wiederum beim Umsetzen verzückte.
Ein Teil
des Sommers 2007 ist somit bereits verplant, evtl. starte ich dann einen Versuch
auf einem großen Forellensee (das Mag. "Pike&Predator berichtete darüber), in
dem kapitale Fische leben.







