Schweden 2011
Ein Bericht geschrieben von Damian
 

Schweden.

Kaum ein anderes Land in Europa lässt das Herz des ambitionierten Raubfischanglers höher schlagen, als Schweden.
Kaum ein anderes Land schafft es so viele Eindrücke zu hinterlassen, dass man gezwungen ist, immer wieder dorthin zu reisen.
Und so entschieden wir auch dieses Jahr in das Land der Elche, Bieber, Seeadler und pfandfreien Dosenbiere aufzubrechen.

Obwohl wir Schweden seit fast 10 Jahren bereisen und genügend kapitaler Fische im Leben gefangen haben, so ist es jedes mal eine unglaubliche Vorfreude, wenn es heißt, bald sind wir 14 Tage in Schweden und können uns die Seele und den ganzen Frust, den wir teilweise am heimischen Gewässern erlebt haben, aus dem Leib angeln.
Tatsächlich ist so ein langer Trip für uns die intensivste Zeit, denn wann hat man sonst schon die Möglichkeit, so viele Tage am Stück das Gewässer und den Fisch zu studieren.
Zudem haben wir jedes Jahr unglaubliche Geschichten erlebt, die uns auch dieses Jahr widerfahren sollten.

Ich mache es kurz:
Die diesjährige Truppe bestand aus: Konstantin, Jarek, Chris und mir. Vier bekloppte Vollblut-Hechtangler, die so viele Ruten und Köder dabei hatten, dass man damit ohne weiteres einen Angelshop betreiben könnte.
Und natürlich musste neues Equipment wieder angeschafft werden, denn man will sich stets verbessern oder zumindest auf alle Eventualitäten reagieren können.

Dieses Jahr hieß es wieder: GROßKÖDER sind Trumpf. 20-30cm Baits waren Standard. 40cm waren an manchen Tagen noch zu klein.
Die Handgelenke haben zwar geglüht, aber steter Adrenalinzufluss ließ sämtliche Schmerzen verpuffen.

Da wir diesmal relativ spät gereist sind, waren die meisten gr. Hecht nicht mehr in den flachen Buchten anzutreffen. Wir mussten diesmal eine Etage tiefer fischen, aber es hat der Stückzahl und der Anzahl an sehr großen Fischen keinen Abbruch getan. Bei Wassertemperatur von 15 Grad waren die Biester aggressiv wie Pitbulls.
Insgesamt war es mal wieder so, wie wir uns erhofft haben: Wunderbare Tage unter Angelfreunden, Natur pur und Impressionen, die sich noch tiefer ins Hirn gebrannt haben.

Auch das nächste Jahr kann es nur schlechter werden.

So und nun die Fotos:


 























































































































 

 

Zu diesem untersten Foto gehört eine Geschichte, die wir so noch nicht erlebt haben und vermutlich noch unseren Enkeln weiter erzählen werden.

Im Kescher links liegt noch mein Köder, mit dem ich einen 88er Hecht (rechts) gefangen habe. Nichts besonderes, bis auf den 60er Hecht, den der 88er im Drill aus seinem Maul gespuckt hat.
Nach dem Messen und vorsichtigen Releasen, stand der Hecht ca. einen Meter im 40cm flachen Wasser neben unserem Boot und rührte sich nicht. Zunächst auch nichts Ungewöhnliches beim geschockten Hecht.
Da standen wir beiden am Bootsrand und beobachteten den Hecht. Das Unglaubliche geschah nun, als Chris seine Jerkbaitrute vom Bootsrand hebte und den Jerk, der am Grund lang aus dem Wasser gebte. Der Hecht zuckte plötzlich und drehte sich vorsichtig Richtung Boot. Da dachten wir noch, na gut, der Kollege hat jetzt seinen Schock verdaut und macht gleich Vollgas die Biege. Aber Pustekuchen, der Kollege dreht sich um und schwimmt langsam Richtung Jerk, der direkt unter der Rute von Chris hängt. Chris sagt noch: "Hast Du das gerade gesehen Damian?". Chris macht eine Figur 8 mit dem Jerk, der Hecht beschleunigt kurz und nimmt den Köder volley! Kurzer Anhieb an 2m Schnur. Der Hecht kämpf natürlich nicht mehr.
Den Fisch haben dann wir nicht mehr vermessen :)

Wir standen fassungslos im Boot, erst sprachlos, dann Lachkrämpfe!
UNFASSBAR! So einen gierigen Hecht haben wir noch nicht erlebt.
Seine zwei Gehirnzellen sind wohl durchgebrannt. So ein Wahnsinn gibt's nur in Schweden!