Schwedenerfahrungen 2008
Themenbereiche verfasst von Christoph und Damian


Das Phantom der Oper geschrieben von Chris

Zu Anfang des Urlaubs standen die Damen sehr flach, entsprechend suchten wir Buchten bis max. 1 Meter Tiefe ab. Zwischen abgestorbenen Schilfhalmen und flach gelagerten Felsen lauerten sie der Beute auf. Auch wenn die Fische aggressiv zur Sache gingen, beschränkten sich die Beißphasen auf nur wenige Stunden pro Tag. Diese Stunden galt es optimal zu nutzen! Glider, die wenig Strecke beim Ausgleiten zurücklegen und sich nur auf der Stelle wenden, waren zwar fängig, aber nicht effektiv genug. Damian fischte, wie so oft, mit 12er Slidern (Schniepelköder), ich probierte die Fänge von Sickly und Co. mit einem 6“ Phantom zu toppen. Es klappte!
Mit dem Phantom ließ sich Wurffrequenz und somit auch die Bissquote deutlich erhöhen. Der kleine Phantom wuchs mir schon nach 3 Tagen richtig ans Herz. Nach vielen Hechten, einigen 80ern und 90ern war es nur eine Frage der Zeit, bis er metern würde. In einer der flachen Buchten fischten wir eine tiefere Stelle von 1,5 m ab…
mit dem rechten Fuß an der Minn Kota Steuerung, beide Augen auf den Jerk gerichtet…dann plötzlich stieg sie hoch, umschwamm blitzschnell den E-Motor, riss das Maul auf und saugte „das Phantom der Oper“ ein!
„Meter…Meter!“ schrie ich sofort auf und tatsächlich zeigte das Maßband nach einem kurzen Drill 105 cm. 3. Tag – 2. Meter! So kann es weitergehen!

Glider vs. Diver vs. Twitchbaits geschrieben von Chris

Wie jedes Jahr versuchen wir eine Mischung zwischen alten Erfolgsködern und neuen Bewerbern zu finden. Glider waren in den letzten Jahren der Erfolgsgarant, wenn die Hechte flach standen und aggressiv waren. Dieses Jahr hatten wir erstaunlich viele Phasen, in denen Glider in den Schatten gedrückt wurden oder nur Kleinzeug an den Haken brachten. Phasen, in denen Diver wir der S-Burt abräumten, kamen oft in den ruhigeren Tagen, an denen die Hechte vernagelt schienen. Wir fischen oft abwechselnd, der eine mit Glidern, der andere mit Divern. Und das so lange, bis sich der bessere Köder herauskristallisierte. Dann wurde der Köder angepasst!Im Laufe des Urlaubs wurden die Baits immer größer und es schien uns, als würden die tiefer stehenden Hechte auf langsam gepullte oder getwitchte Köder reagieren. Große Wobbler, wie der S-Jake, Shallow Invader oder Castaic Real Bait brachten beim Pullen sehr gute Erfolge. Bull Dawgs und große Shads, wie der RipTide Big Shad brachten gepullt sehr viele gute Fische.
Der RipTide sorgte sogar für einen angenehmen Doppelschlag von 104 und 105 cm binnen 30 Minuten!



Big Baits fangen nicht nur große, sondern auch viele und vor allem kleine geschrieben von Chris

„Willst Du große Fische fangen, musst Du große Köder nehmen“ Nicht nur in Schweden leben wir diesen Spruch, sondern überall. Aber selbst die schwedischen Frühjahrshechte, vor allem die größeren, bevorzugen wirklich eine Nummer größer.
Gute Fänge mit Ködern unter 15 cm (Ausnahme 12er Slider) waren eher eine Seltenheit. Später im Urlaub waren eher Größen von 20-30 cm gefragt! Aber dennoch war eine Selektion nicht möglich! Wir fingen nicht gerade weniger oder hatten weniger Bisse von kleineren Hechten. Wir haben lediglich die Chance auf einen guten Hecht erhöht. Und die Rechnung ging auf!Die kleinen „Raketchen“ sorgten immer wieder für Erstaunen und Belustigung, wenn auf einen 20 oder gar 30+ Köder einstiegen. Frank erwischte sogar mal eine Rakete von max. 45 cm mit einem Magnum Bull Dawg von 35 cm. Der Kleine hat es gerade mal geschafft, einen Haken des Drillings zu greifen! :)

Köder muss der Situation angepasst werden, nicht umgekehrt geschrieben von Chris

Vor Reisebeginn haben wir schon selbst an uns gezweifelt und gedacht, dass wir größenwahnsinnig geworden sind, als wir das Tackle ins Boot gepackt haben. Aber auch dieses Jahr mussten wir wieder feststellen, dass man nicht zu viel Köder mitschleppen kann. Was gestern fing, brachte heute keinen Erfolg!
Um jeden Tag erfolgreich zu sein, mussten wir uns jeden Tag den Gegebenheiten anpassen. Es bringt nichts, den Erfolgsköder von gestern anzubieten, wenn sich die Angelsituation geändert hat. Man kann das Verhalten der Hechte nicht unseren Vorlieben anpassen, es funktioniert nur andersherum. Das war unser Fazit des Urlaubs!

Vertrauen ist alles – die Tischa Tüübe geschrieben von Chris

Vertrauen in einen Köder und der richtige Einsatz zum richtigen Zeitpunkt ist der Schlüssel zum Fisch! Die Lindy Tiger Tubes gehören zu den abstraktesten Ködern. Es fällt schwer, ihnen sofort zu vertrauen. Die Jungs im Nachbarboot versuchten paar Würfe mit den Tubes und gaben ziemlich schnell auf, als der Erfolg ausblieb. Das war ein Anreiz für uns, die Tischa Tüüben zu fischen. Wir hatten etwas mehr Glück, als nach wenigen Minuten der erste Hecht einstieg, aber nicht hängen blieb. Es war nur ein kleiner Hecht, aber er brachte Bestätigung. Wieder paar Minuten später gab es einen dumpfen Einschlag in der Rute, dieser hing aber. Zum Vorschein kam ein schöner 80er, der die Tube sauber gepackt hat.
Job erledigt – Tischa Tüübe weggepackt!Nach einigen Tagen schrie die Situation wieder nach den Tüüben. Ich montierte wieder das angefressene Flatter-Kondom und jiggte aggressiv das Freiwasser ab.
Gerade als Damian meinte: „So richtig überzeugt bin ich noch nicht“, merkte ich einen weichen Anfasser. „Warte mal…ich hatte gerade einen Biss“. Ich hab die Tube noch 2 Mal angejiggt, beim Absinken sahen wir ihn. Ein guter Hecht holte noch mal aus und schoss auf die Tube und knallte sie komplett weg. Als Damian das filmreife Spektakel gesehen hatte, waren auch seine letzten Zweifel verschwunden. Es war ein schöner 97er, der voll auf Safersex stand! :)
Damian fing kurz danach noch weitere Hechte auf die TT und war überzeugt.Für allgemeine Belustigung sorgt das Aufklatschen der Tuben aufs Wasser. Dieses Geräusch ist einmalig! Wie ein prallgefülltes Kondom! :)

Hellhound, der Edelstürmer aus Chicago geschrieben von Damian

Schon lange vor der Abfahrt nach SE durfte ich einen Höllenhund fischen und damals ist mir schon aufgefallen, die Dinger heißen nicht umsonst so. Ein blumiger Lauf mit runden Abgang ;), ein Vollglider.
Also im Netz recherchieren wo die Teile zu beziehen sind. Erste Adresse „Pikeshop“.
Ok, da bekam ich die Nachricht: Alles ausverkauft. Auf meine Frage, wann die Teile wieder da sind:“äh, öhm, äh, äh“ und bis heute keine Antwort, war es also meine erste und letzte Anfrage dort.
Es waren nur noch 2 Wochen bis zur Schwedenfahrt und ich habe mich bereits damit abgefunden eine Geheimwaffe gegen Chris ins Gepäck zu befördern, bis mir Dirk anbot die Hellhounds aus Chicago mitzubringen. Ein Segen!
Tatsächlich bekam er auch die von mir gewünschten Farben, so dass ich mich in Schweden wie ein kleines Kind gefreut habe, als ich einen in „Opferfarbe“ Walley an den Karabiner hing.
Was soll ich sagen, erster Wurf, Attacke, zweiter Wurf, 90er, ca.5 Wurf, 80er, 2,5h später 116cm, ich konnte erkennen, dass Chris langsam feuerrote Augen bekam.
Da ich aus dem Handgelenk jerke, ist das fast 20cm Torpedo leider sehr ermüdend, so dass ich ihn hin und wieder bei Seite legen musste.
Dennoch war mein Ziel einen Meterfisch damit zu fangen.
Und lange hat es auch nicht gedauert, zweiter Tag, 80cm unterm Boot, Opfer HH im leichten Bogen ins Schilf gepfeffert, beim anziehen blieb er am Stängelchen hängen, ich denk noch „hier wird es für meinen HH zu flach sein“, reiße den Köder aus dem Schilf, gebe ihn einen kräftigen Ruck und sehe wie das Wasser neben dem Köder explodiert. SITZT!
Meine 2,5 oz Rute biegt sich erstaunlich gut durch und der Fisch geht sogar über die Bremse, yes, 116cm!Was für eine Erfolgskarriere! Überglücklich und „entmetert“ , setzte ich mich erst mal hin und genoss den Adrenalinrausch. Normalerweise wäre an dieser Stelle die Havanna Zigarre dran gewesen, statt dessen holt Chris eine kl. Whiskyflasche und sagt: „für besondere Momente…“.Mr. HH überzeugte nicht nur an diesem Tag, er wurde/wird zum Globalplayer für mich.

Flyfishing, normalerweise besser als Jerken geschrieben von Damian

Mit dem Spruch begann ich einen Fliegenfischer Tag, nachdem ich im Laufe des Urlaubs meine für´s Ego angepeilten 100 Hechte verhaften konnte.
„Chris, setz den Integralhelm auf, heute wird es gefährlich auf dem Boot“…
Ich wollte endlich den ersten Streamer Hecht fangen.
Eine 7er Loop Rute, eine von Julian passende Rolle mit sinkender Schnur und ein Muskystreamer sollten es richten.
Gut, ich hätte vorab vielleicht etwas mehr mit der Combo fischen sollen, dachte mir aber, es wird schon nicht so schwer werden. Pustekuchen! Es war anfänglich eine Quall!
An diesem Tag drückte der Wind für meine Begriffe zu stark, so dass ich aufpassen musste, dass mir der Stremaer nicht ins Gesicht flog, zudem bildete ich mir ein, dass der Köder zu groß für die leichte Rute war.
Egal, ich wollte nur einen Hecht fangen.
Die Reichweite war eine Katastrophe. Gerade mal 10-20 Meter kam ich mit der Combo weit, dann verfing sich die gestrippte Schnur irgendwo im Boot, ich stand ständig mit dem Schuh auf ihr, ätzend!
Die Tatsache, dass Chris an diesem Tag 2 Meterfische bereits verhaften konnte, machte die Situation nicht einfacher, aber das war mir egal. Weitermachen und nicht den Glauben verlieren, dachte ich mir.
Oft musste ich warten bis das Boot so nah am Schilfgürtel stand, dass ich ihn auch mit dem Köder erreichen konnte. Chris versuchte mich immer in bester Position zu bringen und dann kam etwas, was ich nicht mehr vergessen werde.
Das Boot befindet sich in 1m Wassertiefe, nicht weit von einer Kante auf 3 Meter entfernt, der Wind hat nachgelassen und ich feuerte den Streamer möglichst weit bis zu der Kante.
Strip, Strip, Strip und dann sehe ich plötzlich ein riesen Schädel auftauchen und abdrehen!
Waaas? „Ach Du Sche***, Chris, das war ein richtig guter Nachläufer.“
Da war die Droge wieder, Adrenalin pur! Das Herz schlug mir bis zum Hals.
Also schnell nochmal angeworfen, diesmal landete der Streamer zu weit vom Fisch entfernt, ich hob die Rute hoch, zog den Köder mit letzter Kraft aus dem Wasser und platziere ihn nochmal richtig.
Strip, Strip, Strip und dann sehe ich den Fisch diesmal in voller Länge (110+) auf den Streamer zu schwimmen. Mir gehen jetzt 1000 Gedanken durch den Kopf, „was mache ich wenn er zupackt, ich bekomme niemals den Haken durch, wie soll ich ihn drillen, hält das Fluocarbon Vorfach ?“ Der Fisch drehte wieder ab! „Schei***“ !!!
Das Boot hat sich immer weiter von der Stelle entfernt, ich wurde panisch, dass ich ihn mit meiner bescheidenen Wurfweite nicht mehr erreichen könnte und warf nochmal aus voller Kraft dahin, Strip, BISS und weg! „Schei***, Schei***, Schei***“. Chris hat das Boot nochmal richtig positioniert, ich habe noch 15 mal versucht, aber das wars! Kein happy end!
Es war so eine Aufregung, wie selten zuvor. Herzrasen, innerliches Zittern, das volle Programm.
Gut, den ersten Streamer Fisch über einen Meter zu fangen wäre schon äußerst dreist, deshalb nehme ich es einfach als Erfahrung mit und träume weiter :)
Ich gab an dem Tag nicht auf und fischte die Rute komplett durch. Mein rechter Daumen war schon zur Hälfte taub. Ich habe mir wohl ein paar Nerven gequetscht, denn das taube Gefühl ging erst 3 Tage später weg. Egal, nach einem halben Tag konnte ich immer hin noch weitere Attacken verzeichnen und wusste, es wird nicht mehr lange dauern. Nachdem ich einen zusätzlichen Stinger montierte, fuhren wir eine riesige Bucht an wo Chris mich mit meiner „Wedelei“ alleine ließ und sich für eine Stunde aufs Ohr gehauen hat.
3 Wurf in der Bucht und zack „das gibt es nicht“, der kleine Spritzer blieb auch noch hängen. Ich habe mich riesig gefreut und auch irgendwie drei Kreuze gemacht, dass es endlich geklappt hat. Im Laufe der zweiten Tageshälfte hatte ich noch einige Attacken, aber leider blieb es bei dem einzigen Hecht.
Im Nachhinein erfuhr ich von Frank, dass man immer mit der Rutenspitze Richtung Streamer strippen muss und den Anhieb A durchs Strippen und B durch anheben der Rute sauber setzt.
Ebenfalls sollte man nicht sofort anschlagen.
Mein Fehler bei dem Meterfisch war, dass die Rute wie beim Spinnfischen zu Seite ausgerichtet war, damit konnte ich ihn natürlich nicht haken.
So lernt man dazu.
Fliegenfischen ist in meinen Augen keine effektive Angelei, wobei der aufgebauschte Streamer unter Wasser sehr gewaltig wirkt und die Fische schon sehr gereizt hat.
Mein Problem waren aber sehr häufig die Nachläufer.
Ich konnte nicht so schnell Strippen bzw. beschleunigen, dass der Fisch nochmal den Anreiz verspürt hat, sich auf den Köder zu stürzen. Entweder kamen die Bisse sofort oder der Fisch schwamm wie Free Willy hinter den Streamer her und drehte irgendwann gelangweilt ab.
Ganz abgehakt habe ich die Angelart noch nicht. Werde wohl einen professioneller Lehrer hinzuziehen ;-)

Bugmotor, der dritte Mann on Board geschrieben von Damian

Normalerweise wären wir dieses Jahr wieder mit unserem Heckmotor (Vector 3x) nach Schweden gefahren, aber Chris überredete mich dazu, diesmal einen Bugmotor anzuschaffen.
Da diese so oder so mal fällig war, bestellten wir einen Minn Kota Powerdrive Autopilot.
Mit einer von Minn Kota verbesserten Fußsteuerung sollte das Manövrieren auch einfach gehen.
Am ersten Angeltag merkten wir bereits welche Erleichterung so ein Bugmotor ist. Plötzlich kann der Fahrer vollwertig mitfischen, ohne ständig korrigieren zu müssen.
Und noch besser, der jenige, der den E-Motor bediente, fing auch deutlich besser. Klar, schließlich war er auch immer der jenige, der den ersten Wurf machen konnte.
Die Erfahrung, dass man den Autopilot, der das Boot immer in gleiche Richtung steuert, einfach laufen lassen kann und nur noch mit dem Fuß die Geschwindigkeit dosiert ist für uns sehr wichtig gewesen. Zum Jerken vom Boot gibt es nichts Besseres!
Ein weiterer, wichtiger Punkt für uns war der Spritverbraucht.
Unser 60 PS Yamaha kam nur zum größeren Stellungswechsel zum Einsatz. 90% des Tages fuhren wir mit dem E-Motor und verbrauchten somit extrem wenig Kraftstoff.

1,16m, zwei mal anfassen geschrieben von Damian

Mein 116cm Hecht war schon ein richtiges Highlight für uns. Nicht nur dass es für unser neues Boot der Bootsrekord gewesen ist, es ist auch noch bis dato der größte Meterfisch aus der Gegend für uns gewesen. Da ich auch noch ein militanter Antitroller bin, war es mir besonders wichtig solch einen Meterfisch aktiv zu fangen.
Zwar war der Fisch nicht gerade gut gebaut, aber dafür wie jedes Jahr fertig abgelaicht.Manchen Västervik Fahrern sind unsere Hechte zwar zu dünn, wir hingegen stehen nun mal nicht auf Sex mit schwangeren Frauen ;)Da dieses Gebiet für große Hechte nicht gerade bekannt ist, freute es uns umso mehr solch einen Fisch zu fangen und wir machten uns Gedanken, wie viele von solchen Kalibern wohl noch drin schwimmen könnten.Leider war dieses Jahr die Phase ab der die Fische die flachen Buchten wieder verlassen haben für uns sehr kurz und bereits nach 3 Tagen mussten wir die Hechte im tieferen Wasser suchen. Zwar fuhren wir die flachen Stellen immer wieder an, stellten aber fest, dass diese verstärkt von kleinen „Krokodilen“ aufgesucht wurden. Ganz nach dem Motto: „Wenn die großen Brüder erst einmal wieder weg sind, gehört der Spielplatz wieder uns“ JAlso blieben flachlaufende Köder in der Kiste und 1-3 Meter Tiefe wurde abgefischt.
Eines Tages erwischten wir eine absolute Beißflaute bei der ich entschieden habe mich für eine Stunde hinzulegen. Chris war weniger müde, also entschloss er, eine Runde zu Schleppen.  Ich mache noch ein Auge auf um zu sehen welchen Köder er schleppen möchte und sehe seinen selbst getunten Squirrly Jake, er grinst und sagt noch: „Der Köder hat eine seltsame Karriere, erst einen Fisch gebracht aber dafür über 1,10m“, „was willst Du mir damit sagen“, meinte ich noch kurz vom Einschlafen.
Kaum endgültig die Augen zu gemacht, wir fuhren gerade mal 200 Meter, dann kommt der erste Biss und ich denke nur „Mann Mann Mann, ich wollte genüsslich schlafen und nicht durch deine Drillaktion geweckt werden“, „Damian, ich glaube, es ist ein Guter“, „Ich hoffe nicht“ sage ich noch mit müder Stimme, stehe also auf und schau mir den krummen Stock an. „Hm, dann lass sehen, den Burschen“.
Chris pumpt und pumpt und pumpt und uns wird klar, eine Pumpe ist es nicht.
Dann kommt erst der Kopf aus dem Wasser und dann der ganze Körper und wir sagen nur noch „KOFFER!“,  das Herz fängt wieder an zu rasen und vorbei ist mein Mittagsschläfchen, ich werde zur Landung gebeten.
Ich lege das Zentimetermaß, vergleiche nochmal und nochmal und glaube meinen Augen nicht: 116cm! „Das gibt’s doch nicht“.  Diesmal ist der Fisch sogar besser gebaut.
Diesmal wurde die kl. Whiskyflasche leer ;)
Ich kann es nicht fassen und warte nur noch auf seinen Spruch, der auch prompt kommt: „Unglaublich, was für eine Karierre der Köder hat, zweiter Fisch und ….“
Mir gehen sofort blöde Gedanken durch den Kopf und ich sehe mich schon bald mit ASO Schleppsytemen bei Blinker abgelichtet. „Ok, es war ein blöder Zufall, lass uns die Stelle hier abwerfen“, schlage ich vor. Abends beim Grillen haben wir die Bilder auf dem Laptop begutachtet, bis Dirk auf die Idee kam, die beiden 116er Fische zu vergleichen. Ich schaute ihn lächelnd an: „Das kann nie im Leben der selbe Fisch sein“. Schließlich haben wir den ersten in einer ca. 1 km weit entfernten Bucht flach gefangen und dieser hier ist etwas besser gebaut gewesen.
Also trotzdem beide Bilder hochskaliert, die Musterung an bestimmten Stellen verglichen und tatsächlich, es war 100%ig derselbe Fisch!
Vermutlich habe ich noch den letzten Tag erwischt, an dem er noch in der Laichbucht stand, denn 3 Tage später hat er bereits 1 km zurückgelegt und sich ordentlich die Wampe voll geschlagen.

Angelhaken richtig durchfädeln geschrieben von Damian

Der Haken muss richtig tief rein in die Hand, also keine halben Sachen.
Bevor man sich dem Malheur widmet, sollte dafür gesorgt werden, dass zuerst der Hecht vom Haken entfernt wird, sauber vermessen und released wird. Sollte Hecht und Hand miteinander verbunden sein, bitte den Stinger vorher durch kneifen, sonst bekommt das Wort „Ausdrillen“ eine neue Bedeutung.
Jetzt kann die Kamera ausgepackt werden um den kl. Unfall zu dokumentieren, hierbei kann es vom Vorteil sein, wenn sie auf Makroaufnahme eingestellt wird und die Hand nicht anfängt zu zittern. Sollte der Betroffene nicht in der Lage dazu sein, bitten Sie ihn um Konzentration. Schließlich geht es hier um gelungene Fotos.
Je nach Position des Hakens empfiehlt es sich, statt zu reißen, durchzufädeln.
Sollte sich dieses als zäh und hartnäckig entpuppen, nicht die Geduld verlieren und gegebenenfalls die Zange zur Unterstützung nehmen. Die Haut kann dabei schnell an Ledergürtel erinnern.
Die Hakenspitze sollte hinter dem Wiederhaken abgekniffen werden, sonst war die ganze Aktion für die Katz.
Probieren Sie es einfach mit ihrem Lieben daheim aus, denn Angeln heißt auch Leiden ;-)In diesem Sinne.

Chris und Damian

Noch ein Stück, dann isser durch :)

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