Vorweg gesagt, es war ein goiler Angeltrip in’s Land der Elche und Säbelzahnbieber.
Ein richtig schönes Hardcorefischen, mit allem was dazu gehört: Tops, Flops und Rock’n Roll in rauen Mengen.
Zur Anreise: Die 1. Etappe ging Donnerstags nach Feierabend 150 km von Koblenz nach D’-dorf
zu Dirk, wo nach Verpacken und Beladen von Auto und Boot gegen Mitternacht die Schlafposition auf der Couch eingenommen wurde. Dank einer gelungenen Co-Produktion von Aquarium und Gefrierschrankalarm gelang es mir jedoch erfolgreich eine Schlafdosis von mehr als einer Stunde zu vereiteln. Derart vorbildlich für die lange Fahrt gestärkt ging es um 04:15 Uhr ab ins heilige Land
der Gäddas. Nach ein paar kleinen Problemchen mit der Elektrik des Trailers, die sich aber dann nach
einem Zwischenstopp in Wohlgefallen auflösten, gelang es uns nach 19 Stunden Fahrt, endlich in der hintersten schwedischen Wildnis, Nähe Biebercity, die bereits ein paar Tage früher angereisten
Olek & Bolek aufzuspüren. Diese beiden Wilddiebe hatten bereits etliche unschuldige Hechte mit ihren Oralpiercings verschönert und freuten sich schon riesig auf unsere Mithilfe. Nach einer Begrüßung, dem Briefing und dem Verstauen von Tackle, Klamotten und Verpflegung sowie der Bettenwahl ging
es dann auf Matratzenhorchposten, um für den kommenden Tag fit zu sein.
Was nun folgte waren ereignisreiche Tage mit vielen Highlights in Sachen Angeln und Natur.
Dazu gehören auch die Grillabende mit den anderen Hechtfieberern bei Steak, Würstchen und Met,
gewürzt mit den Storys vom jeweiligen Tag. Das Ganze in einer weitestgehend naturbelassenen Flusslandschaft mit den allgegenwärtigen Biebern, Adlern, Kranichen und Elchen incl. bescherte uns
10 Tage mit unvergesslichen Eindrücken, die schon jetzt Lust auf eine Fortsetzung in 2008 machen.
Was die Hechte betraf, so war es eigentlich egal, welcher Jerk ( Glider oder Diver ) gefischt wurde, Hauptsache helle, am besten reflektierende Dekors am Kabel und dann klappte es auch mit den Gäddas. Mein bestes Pferd im Stall war allerdings ein Super-Stalker, der mit einigem Aufwand gepullt werden wollte. Bei flachstehenden Fischen ein Knaller. Ein weiterer guter Köder war der erstmalig von mir gequälte Big Bandit, welcher sehr gut fing, allerdings war der Name nicht Programm, er fing ausnahmslos Brut. (£ 60cm ) Oberflächenköder versagten völlig, nicht zuletzt, weil fast ständig Wind
die Wasseroberfläche in Bewegung hielt und so die Popperaktionen vermutlich für die Hechte nicht allzu gut wahrnehmbar waren. Einzige Konsequenz, wenn Dirk seinen “Topwater-Quirl“ glucksend durch’s Wasser zog, bekam ich verstärkten Harndrang.
Besondere Vorkommnisse:
►2 geschrottete Bootsantriebsschrauben
►1 weggehangener Bootsanker
►Die von mir wegen Blödheit versemmelten Fotos von Dirk’s größtem Hecht.
►Ein 3/0 er Drilling incl. Widerhaken in meinem linken Stinkef... erfolgreich verankert und ebenso erfolgreich samt Hecht im Boot per OP released. ( Mein Prologic Freestyler wurde daraufhin zu Damian strafversetzt, wo er leider keine weiteren Menschenopfer forderte )
►Dirk’s rechtes Handgelenk ist ebenfalls zu Bruch gegangen.
1Tag Hardcore-Jerken mit einem Magic- Maker an einer 2,40m Rute über’s Handgelenk
gefischt, haben halt ihren Tribut gefordert. ( Sehnenscheidenentzündung deluxe)
Nun ist er Linkshänder auf unbestimmte Zeit.
Leider kam es, wie es kommen musste, die Abreise stand an und es ging wieder zurück in’s Land
von Catch & Freeze, wo wir nach einigen kleinen Staus, deftigen Windböen und müden Augen in
D’-dorf eintrafen. Abladen, Umladen, Verabschieden und noch mal 1,5 Stunden bis Koblenz und völlig platt daheim in’s Bett fallen.
Frank Keller










