Pike fishing in Sweden – some days it sucks – some days are magic
von dirk

Was wird uns dieses Jahr erwarten? – Ein milder Winter und dann noch ein Bomben Frühling – letztes Jahr mussten wir uns noch täglich durch die schwedische Eiskarte zittern...und fast die ganze Zeit über jeden einzelnen Hecht hart erkämpfen.
Seit Monaten fiebern wir acht also auf das Event des Jahres hin. Jeder hat sich mit ein paar Dutzend neuen „Geheimwaffen“ eingedeckt – in langen Diskussionen haben wir uns endlos heiß gemacht - das Boot war seit dem Wochenende startklar und seit Mittwoch wurden wir von den Erfolgs-SMS unserer beiden Frühstarter- Hechtfiebrigen verrückt gemacht. Endlich Freitag - los gings...

The day that did really sucked…
Morgens am Samstag wurde dann das Boot geslippt – dieses Jahr waren wir alle mit den eigenen Booten da – also bestens gerüstet um den Pikies nachzustellen. Schnell war klar – das ist ein anderes Gewässer als 2006 – deutlich niedriger Wasserstand – die befischbaren Flachwasserzonen lagen teils komplett im Trockenen – also mal sehen was so geht.
In der ersten Bucht ging erst mal nichts – lediglich auf der neuen Rolle hab ich mir eine unlösbare Perücke beim dritten Wurf eingefangen – na ja ich hatte ja genug andere Ruten an Bord. Also ab in eine andere Richtung – eigentlich eine Ecke in der wir letztes Jahr auch nix hatten – so wars auch diesmal – Barschnachläufer - na der wird mir dioch nicht den Trip versauen – nein tat er nicht... Also wieder weiter zum nächsten Spot – auf dem Weg dahin etwas geschleppt – bis Frank auf einmal irgendwas am Wobbler hatte – ein fieser 40 Barsch hatte sich erfolgreich den Muskie Stalker geschnappt. Oh je – 2007 – der erste Fisch ein Barsch der ganze Urlaub (oder hoffentlich nur der Tag) im Ar... ?
Dann flogen wieder die Jerks und Frank konnte seinen ersten Pikie verhaften – sonst wars aber viel zu ruhig. Also dann musste ich doch mal kurz zu unserem Top Hotspot von 2006, einer kleinen engen Ecke die am besten schleppend zu befischen war. Damian hatte uns noch gewarnt – haltet euch schön rechts – als es schon unterm Rumpf das erste Mal schepperte – kurz mal aufgesetzt aber nix passiert...

Mein 50PSer wollte irgendwie nichts so wie ich – bei Schleichfahrt ging er aus und das schilfreiche Wasser verhinderte zudem einen sauberen Kühlwasserdurchlauf – Mist und schon ist er wieder ausgegangen – also weiter mit dem eMotor – allerdings vom Bug aus im stehen zu schleppen und dabei per Fuß zu steuern – es gibt besseres... Ich kämpfte also noch mit der richtigen Bootsführung da hatte Frank seinen zweiten Hecht gefangen.

Dann erst mal weitergeschleppt jedoch ohne Kontakt – aber die Traumecke vom letzten Jahr war kaum wiederzuerkennen. Irgendwie lief nix – also wieder raus – aber was war mit dem Kühlwasser – es tröppelte nur leicht aus dem Motor “gar nicht gut“. Also Lehrlauf rein – nix – Gas geben – nix . Gang einlegen und mal kurz Vollgas geben – das Boot machte einen Satz nach vorne – das Heck tauchte tief hinten ein – gefolgt von 2-3 dumpfen aber knallharten Einschlägen... Shiiit !! – schnell Motor aus und hoch damit – Oh je, Oh je – was war denn das – die Schraube war kaum wiederzuerkennen – 2 Flügel total zermörtelt und das Unterwasserschiff vermackt und wie ich meinte der ganze Motorblock verruckt. Durch diese Ecke ist Marius 2006 noch mit 50km/h geknallt und jetzt das hier ????
14:00, erster Tag – Tausende km von der Heimat entfernt – noch kein Fisch gefangen – und der Motor Schrott – Man war ich gefrustet – Marius und Konze kamen uns dann zur Hilfe wobei auch dadurch das Kühlwasserproblem nicht gelöst war – immerhin war der Motor wohl sonst OK – im ersten Schock hatte ich noch schlimmeres befürchtet – so haben wir uns von den beiden erst mal abschleppen lassen um in paar Buchten im Campnähe mit dem eMot erstmal weiter fischen zu können. Gegen 17:00 hatte Frank weitere 2 Pikies gefangen – bei mir tat sich absolut nichts – ich hatte aber auch echt andere Sorgen – Spass ist was anderes man war das ein Sch... Start.
Am Abend hatten kam Frank dann auf 8 und ich immerhin noch auf 4 Hechte – aber das war ein anderes Erlebnis als das auf das ich 365 Tage hingefiebert hatte...


Also erst mal wieder das Boot ausgeslippt – Ersatzpropeller drauf und inspiziert – zum Glück stand im Yamaha Manual das der Motor bei Überhitzung automatisch die Drehzahl runterregelt – also die meiste Zeit wollten wir ja eh den eMot nutzen – und Schleppen ist ja eh langweilig.

The magic day...my last day
Eine gute Woche danach – viele erfolgreiche Spots, Techniken und auch einige gute Hechte & Biber später. Frank und ich hatten am Vortag eine windige und ungemütlich zu beangelnde Ecke mit großen Ködern befischt – zwar nur mit mäßigen Erfolg jedoch hatte jeder einen guten Kontakt – bei mir wars ein sehr guter Nachläufer auf nen 23er und Frank hatten nen fetten Schnellaussteiger der wohl auch jenseits der Metermarke war.
Also nochmal rein ins Chaos - der Wind war sogar stärker als gestern so 4-5 Bft. – aber mit den vereinten Kräften von Driftsack, eMot und Klappanker gings irgendwie.
Heute sollte statt der gestrigen Wobbler und 23er mal der „Magic Maker“ seine echte Chance bekommen – ein schwerer Glider der schnell in 1-1,5 Meter Tiefe läuft. Mit meiner neuen Lieblingsjerke – einem WG 100g, rückratstarken 2,6m langen Stock und der schweren Abu Multi mit 20kg Schnur drauf – flog der Magic Maker dank des Rückenwindes locker 60-80m weit in die Wellen - heute wollte ich es wissen. Nach 30 Minuten hatte sich doch glatt ein 50er Schniepel aus dem Schilf heraus auf den Köder gestürzt – immerhin entjungfert. Frank fischte derweil einen großen Buster und hatte 2 Fische und x weitere Aussteiger – Fisch war also da – nur keiner für die sich der K(r)ampf im Wind lohnt.
Also wieder weit raus mit dem Magic Maker – und Rums – 50m vor dem Boot hing er „ein guter Fisch“ – da war selbst die schwere Rute krumm – wer hatte sich denn da den Jerk geschnappt – ein toller Drill mit kampfstarken Fluchten über die knüppelhart eingestellte Rolle – Geil was kam denn da neben dem Boot an die Oberfläche – ein Monster !!!
Zum Glück konnte sich Frank den Fisch beherzt direkt im ersten Versuch schnappen und da war er im Boot – fetter Meter ! Meterzehn – wie Geil !!
Der Köder war voll weg – da musste die Knippex ran – Oh da steckt ja noch ne gute Brasse im Rachen – Hammer diese dicken Räuber, kein Wunder das der so fit daherkommt !
Also schnell noch paar Bilder für die Ewigkeit geschossen – „Frank nimm bitte meine Cam“ – hier die 5 Schnappschüsse...
Bild 1,2,3,4,5...
Häh wo sind die Bilder ? – fragte ich mich als ich 2 Min. später die Cam durchging – Oh je da hat wohl jemand nicht durchgedrückt... zum Glück waren Damian und Chris in der Nähe und konnten so noch paar Schnappschüsse aus der Distanz machen... Egal – ich werds so schnell nicht vergessen !!!




Bis zum Nachmittag konnte ich noch paar weitere Fisch auf den MagicMaker erkämpfen – mit dem Erfolg das sich das Holzfischchen immer weiter aus seinem Dekorkleidchen schälte... den Threat dazu gabs im Forum ja schon mal – die Lackierung auf diesem Holzklötzchen taugt mal echt nix. Auch ohne Hechte hatte der MM schon paar Risse nach dem ersten Wasserkontakt. Nach 3x Fischen mit anschließenden Trockenphasen bei Spotwechseln sieht der Köder bereits nach einem halben Tag so aus... Eigentlich unglaublich so was...




Bevor er also das letzte bischen Lack abwirft sollte er verschont bleiben – Frank war müde und machte ein kleines Nickerchen – was ich dazu nutzte heimlich mal wieder den guten alten Mepps zu schmeissen – so konnte ich an einer interessanten Ecke von knapp 200m innerhalb von einer Stunde noch 6 kampfstarke Hechte fangen – keine Riesen aber auch mittlere Fische machen Spass an der „leichten“ Spinnkombo. Zwischendurch hat Frank dann doch noch mal eingegriffen und mit nur einem Wurf nen schönen 80er auf seinen Fatso gefangen – Effizienz pur sag ich da...
Ein toller Tag ging zu Ende...aber einer steht noch aus...
4:30 wurde ich wach. „Dirk intim“– ein Schrei – ein Stöhnen – gefolgt von minutenlangem Herumgewinsel – ich glaub Frank dachte schon „Oh mann was geht da denn jetzt ab!?“ Wie auch immer nach knapp 30 Minuten hatte ich kapiert was los war – mein rechtes Handgelenk war ein einziges Schmerzzentrum – spätestens um 7:00 war mir klar – das wars dann mit Schweden 2007 – heute geht nix mehr. Statt wie die anderen zu fischen hab ich dann noch in SWE den Doc aufgesucht – Sehnenscheidenentzündung... Dopingmittel eingeworfen und nen Handgelenkschoner drum – mittags ging langsam wieder ohne Schmerz. Geworfen hab ich an dem Tag jedoch nicht mehr – was hätte den Vortag für mich auch noch toppen können?? Alles in allem wieder ein geiler Urlaub – wenn auch mit Höhen und Tiefen – auf jeden Fall war kein Tag wie der andere... und das ist es doch was es ausmacht - das Pikie-Fishing.