Schweden 2006 Gruppe I verfasst durch Konstantin Kessler

 

 

Endlich, am 29.4. war es so weit. Wir, das heißt die erste Truppe Marius, Dirk, Frank und ich, trafen uns bei Marius, um sein Boot mit Tackle und Fressen voll zu stopfen und ab nach Schweden zu düsen. Wir waren heiß wie Frittenfett auf das, was uns erwartet. Die Berichte von Christopher and his Friend der letzten Jahre waren ja unglaublich - mit bis zu 300 Hechten in zwei Wochen am Nedre Dalälven. Aber bei der ganzen Vorfreude gab es noch nen kleinen bitteren Beigeschmack: Wir wussten nicht 100% ob das Eis schon weg ist. Die letzte Info war, dass der Nedre Dälälven noch am Montag mit Eis bedeck war. Es war also eine schöne Wackelgeschichte.

Als wir nach 19 Stunden Fahrt und ca. 20 Tankstops ankamen (ihr müsst wissen, dass Schweden laut ADAC  fast gar keine Dieseltankstellen hat), konnten wir aufatmen. Der See war seit Freitag eisfrei. Also Bude vollräumen, Boot auftackeln, slippen und ab ging´s. 

In der ersten Stunde konnten wir 2 Fische auf 1 Minus direkt vor dem Camp in unserem Boot landen. Das fing ja recht gut an dachten Marius und ich. Na ja, das wars aber auch schon fast am ersten Tag.  Am Abend konnten wir noch nen Pike auf einen Jerk überlisten, das wars. Das andere Boot fing auch nicht besser und hatte vier Fische im Boot. Ok, das war schon mal nen beschissener Einstieg. Ich hatte nur das Ergebnis vom letzten Jahr im Kopf: Das man fast überall mal wenigsten ne Attacke bekam, aber selbst das blieb aus bei uns. Der nächste Tag war ähnlich schlecht bei uns im Boot, mit 2 gefangen Hechten, wobei mir ein 85er eine spektakuläre Attacke auf einen Jerkbait verpasste. Das heiterte etwas auf, aber ich hätte kotzen können und meine Stimmung und auch die der anderen war sehr geknickt und wir suchten nach möglichen Fehlern.

Das Wasser hatte so zwischen 4,5 und 7 Grad in den ersten Tagen und wir hatten bis zu 1 Meter Hochwasser (das ist in einen Delta, was naturbelassen ist schon recht viel). Na ja konnte ja nur noch Besser werden sagten wir uns und machten uns morgens keinen Stress mehr ans Wasser zu kommen. Wofür auch - in Holland hätten wir mehr gefangen.

 

Am dritten Tag lief es dann doch etwas besser. Die beiden Glückspopel Dirk und Frank haben eine schöne Strecke gefunden und schleppend befischt. Dabei sind sie auf 10 Hechte (bis 90cm) gekommen und legten den ersten Doppeldrill hin.

Nen bissel Bodybuilding ist auch abends drin gewesen.

 

                                                                       

Wir hatten wieder beschissen gefangen aber mir war es schon fast Egal, denn das Wetter war gut und ich habe die Natur genossen. Unglaublich, was da so alles rum springt: Elche, Bieber, Marder und Seeadler waren nur ein Teil von den ganzen Viechern die da rumlaufen - einfach geil.

 

                                        

Langsam wurde es richtig warm, bis an die 20 Grad und die Sonne knallte schön auf uns nieder. Durch das Hochwasser erwärmten sich die überfluteten Wiesen sehr schnell und der Nedre Dälälven wurde von Tag zu Tag wärmer.

Die Fische bissen auch besser. Zwar kamen nie mehr als 5 bis 10 Fische in ein Boot, aber am 4 Tag fiel endlich der erste Meter. 107cm hatte der Balken und Dirk war der glückliche Fänger. Einen netten Beigeschmack gab es auch noch, denn die Fische hatten alle schon unterm Eis abgleicht und kein einziger Fisch hatte noch Laich im Körper, aber dafür mal eine 50 cm Brasse.

 

                                           

Wir machte uns langsam ein Bild davon,  wo sich die Hechte aufhielten. Sie standen in den Buchten oder an deren Kanten zum Flussstrom. Es war sehr wichtig, dass ein Strom in der Nähe war, denn gerade die Kanten in den ruhigen Buchten schienen von größeren Fischen aufgesucht zu werden.

Der nächste Tag wurde besser: Endlich fingen die Jerkbaits. Ich war erleichtert und wir konnten einige Fische (bis 90cm) in den Buchten und Kanten fangen und das Wetter war Bombe, der Planet knallte auf uns nieder und wir konnten sogar ohne T.Shirt angeln. Ein paar Tage zuvor haben wir noch in manchen Buchten Eis fotografieren können.

 

                                                              

 

Die Temperaturen betrugen zwischen 8 bis 12 Grad in den Buchten und Kanälen, in den nächsten Tagen pendelte sich die Temp. bei 9-10 Grad in den Buchten ein und in den Kanälen, die an den Hochwasserwiesen vorbei flossen auf bis zu 18 Grad.

Nun war der 6 Tag angebrochen und wir angelten zu viert die Buchten ab, amüsierten uns gut und manchmal biss auch mal ein Hecht. Wir machten Mittag auf einer einsamen Insel im Hauptstrom des Nedre Dälälven und diskutierten über die nächsten Angelstellen: Entweder nach Süden oder am Hauptstrom weiterfischen. Wir blieben am Hauptstrom und fuhren die erst gelegene Bucht nach der Pause an. Marius und ich begannen damit die Bucht zu beangeln. Dirk und Frank knallten mit ihrem Ballerboot mit ca. 2000 Dezibel durch die Bucht.  Ich war mich schon am beschweren, dass Dirk mir die Fische verscheucht. Einen Wurf später knallte etwas auf meinen Jerkbait. Ich merkte sofort, dass ist nen Besserer und ich wurde langsam hektisch. Als der Hecht dann vor dem Boot hochkam war ich mir schon fast sicher: Das könnte er sein - mein erster Meterbalken.

Ansetzten zum Kiemengriff und zack hatte ich ihn in der Hand. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für eine Erleichterung war und der Urschrei der darauf folgte sorgte erstmal für Ruhe in Schweden. Die Elche und Bieber flüchteten nach Norwegen.

 

                                                            

 

101cm hatte der Hecht. Noch nen paar schöne Assifotos mit nacktem Oberkörper geschossen und dann ab ins Wasser mit der Sau.

 

                                                                     

Der Urlaub war aus meiner Sicht jetzt Top und die Stückzahl war mir nun scheißegal.

 

Am 7. Angeltag kam die zweite Truppe mit Damian, Christoph, Marcel und Pitt.

Damian und Christoph meinte, dass die schlechten Fänge auf unsere fehlende Ortskenntnis zurück zu führen sei und die beiden Bollerköpe machten sich auf den Weg ihre Rock Point´s der letzten Jahre aufzusuchen. Na ja war wohl auch nicht besser haben wir dann am Abend erfahren. Bei uns lief es aber nicht schlecht und ich war voll am Abschnallen. Gestern noch den ersten Meter gefangen und nun hatte ich direkt als 2ten Fisch nach dem Meter nen 95er in der Hand. Aber es wurde noch besser: Eben noch mit Pitt und Marcel gelabert, Mittag gemacht. Und dann knallte beim  5ten Wurf nach der Pause wieder etwas auf meinen Jerk. Der war gut am kämpfen, ging 3 mal über meine Bremse und setzte sich noch mal schön unters Boot.  Cool wieder einen 101cm langen Hecht und wieder in einer Bucht, die durch einen Nebenstrom des Dälälven geteilt wurde.

 

                                                       

 

Hammer, das ging schon mal gar nicht. Wieder zu Pitt und Marcel und schön wieder labern, ich hatte es nicht mehr eilig, denn besser kann es nicht mehr werden dachte ich. Lieber die anderen besser kennen lernen. Nach einer Stunde sind Marius und ich noch mal ein bissel Schleppen gefahren.  4 Minuten am Schleppen, wir kommen an einer Brücke vorbei und da pflastert schon wieder ein guter Hecht in meinen Köder. Was geht ab frage ich mich. Es folgt ein harter Drill in starker Strömung, aber der Hecht macht keine großen Fluchten und versucht stattdessen das 35 cm Gummi mit aufgerissenem Riesenmaul loszuwerden. Geht wohl nicht! Ich landete den Hecht mittels Kiemengriff und der Hecht schaffte es dann doch noch in meiner Hand das Gummi loszuschütteln- war aber zu spät! 114cm hatte der Balken unglaublich. Mein 3ter Meter in 2 Tagen! Auf so was habe ich Jahre gewartet und konnte das alles nicht so richtig glauben. 

 

                                                               

 

Am Abend feierten wir die schönen Fische und freuten uns auf die letzten gemeinsamen Angeltage mit der zweiten Gruppe.

 

                                                               

 

 

In den nächsten Tagen wurden die Fänge besser und es kamen auch mal bis zu 26 Fische in ein Boot. Der Schnitt lag aber weiterhin bei 10 Hechten aber es wurde von Tag zu Tag besser. Vor allem die Anzahl der Attacken stieg an, was einen Angeltag erst so richtig schön macht. Jerkbaitfischen im Flachen stand bei den meisten an der Tagesordnung.  Der letzte Tag war noch mal richtig super. Insbesondere die größeren Fische ließen sich nicht 2 Mal bitten. Es fielen 4 Fische über einen Meter und Frank verlor leider noch im Drill einen sehr guten Meterfisch.

 

                                                                

Was wir dieses Jahr in Schweden gelernt haben, ist das selbst die besten Reviere ihre schlechten Tage haben und das Hechte einem auch dort nicht ins Boot springen.

Und was letztes Jahr an Ködern Top war, ist im nächsten Jahr nicht auch noch Top.

Größere Köder brachten auch die größeren Fische!

 

 

Wer nicht auf dem Wasser stehen kann ist selber Schuld.

 

                                                             

 

Man kommt nicht über all durch, auch wenn da was auf der Karte eingezeichnet ist.

 

                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

   Frösche stehen auf Gummipuppen                                     Und etwas Kacke kann auch schön sein.               

 

                                                           

 

                                                                           

 

                                                                               

 

 

 

                                                               Bieber-City

 

              

 

 

Hier noch paar Bilder und Eindrücke von Schweden:

 

  

 

 

      4 PS auf Speed                         See you later Alligator

 

                                    

 

 

 

 

 

    Scheppkönig Dirk                                 Da kommen nur die Biber durch

 

                 

 

 

 

 

    Elche zu sehen und Elche zu fotografieren ist was ganz anderes