Welstour nach Mequinenza/Spanien
Vom 9.9.06 - 16.9.06
oder:
Kommen wir hin und auch wieder zurück?
Von Poco
Spinnfischen auf Wels, und das im wohl besten Revier Europas. Ich bin schon Wochen vor der Abfahrt total aufgeregt und freu mich wie blöd auf diese Tour. Mit Marc sollte es endlich klappen, den ersten Wels meines Lebens zu fangen. Nach vielen vergeblichen Versuchen am deutschen Rhein werde ich nicht enttäuscht, soviel vorweg.
Am Samstag den 9.9.06 geht es ab Flughafen Köln/Bonn los. Allerdings nicht ohne Probleme. Wir sind früh genug da und haben keine Muttermilch im Handgepäck, dafür aber ein illegales Messer im Koffer. Ich höre 20 Minuten vor Abflug meinen Namen durch alle Terminalhallen schallen, ich solle mich da und da melden? Es stellt sich heraus, dass nicht mein Koffer so mit nach Spanien fliegen darf, sondern Marc seiner. ?Das Butterfly dürfen Sie nicht nach Spanien einführen?, sind die Worte des Polizeibeamten. Kommen Sie mal mit. Ich gehe alleine zum Einchecken und warte. Die Zeit rennt, noch 15 Minuten, noch 10, noch zwei Minuten und der Schalter ist dicht. Marc kommt schweißgebadet um die Ecke, ich habe nicht mehr mit ihm gerechnet. Wir erledigen die Formalitäten im Eiltempo, laufen die Gangway runter und sind natürlich die letzten Passagiere im Flieger. Als wir endlich einen Platz gefunden haben, rollt der Vogel auch schon los und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
Wir landen um die Mittagszeit in Barcelona und müssen noch rund 180 km mit dem Mietwagen ins Landesinnere fahren. Klappt das heute noch mit dem Fischen? war die Frage, die uns am meisten beschäftigt. Beim Anblick der Schlange bei Europcar am Flughafen werden alle Hoffnungen zunichte gemacht. Ca. 100 Meter Menschen brauchen einen Mietwagen. Knapp zwei Stunden später sind auch wir endlich dran und können losfahren.
In Mequinenza angekommen beziehen wir im Eiltempo unsere Unterkunft beim Bavarian Guiding Service. An dieser Stelle noch mal Danke für die erstklassige Betreuung vor Ort.
Wir haben noch ein paar Stunden Zeit bis es dunkel wird und gehen Angeln. Es soll ein Schneidertag für uns beide werden, aber Hauptsache fischen?
Die beiden Flüsse Cinca und Segre haben beide extremes Niedrigwasser, es hat dort seit Ostern nicht mehr geregnet.
Alles ist verkrautet und das Angeln gestaltet sich in den folgenden Tagen alles andere als einfach.
Tag 1
Wir starten wie fast jeden Morgen gegen 9 Uhr. Schon nach ein paar Würfen habe ich den ersten Fisch an der Angel. So etwas an Drill kenne ich bisher nicht, das Adrenalin steigt mir in den ganzen Körper. Die Monsterspin ist bis zum Anschlag krumm und der Fisch nimmt trotz brutal eingestellter Bremse Schnur von der Rolle.
Marc, der schon seit Jahren in dieses Revier fährt, erklärt mir den Wallergriff. Mit seiner ruhigen und erfahrenden Art ist die Landung kein Problem.
Nach ein paar Minuten habe ich ihn in den Händen, meinen ersten Wels. Kein Riese mit 1,40m, aber immerhin.
Ich fange an diesem Tag noch zwei kleinere Welse bis 1,20m, Marc bleibt leider Schneider.
Tag 2 ? 4
Das Gefühl für die Flüsse wird immer besser. Potenzielle Stellen werden mit Gufis angeworfen. Ich fische 15er, Marc eine Nummer größer.
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Die 2m ? Marke fällt am dritten Tag.
Es sollte der größte Fisch dieses Urlaubes bleiben. Was für ein Tier, ich bin begeistert und male mir aus, wie wohl ein 2,40m Fisch im Drill kämpft?
Tag 5
Es hat schon in der Nacht angefangen. Beim ersten Blick aus dem Fenster sehe ich nichts als Regen und noch mal Regen. Wir erfahren später, dass Barcelona abgesoffen ist und mehere Schlammlawienen in Mequinenza niedergegangen sind.
Wie sind da wohl die Bedingungen zum Fischen? Wie sieht wohl der Fluß aus?
Wir haben völlig veränderte Bedingungen. Der Wasserstand ist um mindestens einen Meter gestiegen und die Waller stehen an völlig anderen Stellen wie die Tage zuvor. Wir bekommen unzählige Attacken, bleiben in der trüben Brühe aber beide Schneider.
Tag 6
Das Kraut ist so gut wie weg und die Fische haben sich neu orientiert. Wir fangen endlich wieder?
1,88m. Mein bisher größter Wels.
Tag 7
Letzter Tag. Wir nehmen Abschied und gehen nicht mehr angeln. Um 14 Uhr geht unser Flieger zurück. Diesmal, ohne Messer im Koffer, fahren wir zeitig Richtung Flughafen und sind guter Dinge, dass alles glatt geht.
10 km vor Barcelona steuern wir eine Tankstelle an. Mietwagen wollen vollgetankt wieder abgegeben werden. Während Marc sich ums Benzin kümmert steige ich aus um mir die Füße zu vertreten. Am Motorraum angekommen steigt mir ein übler Geruch in die Nase und Rauch steigt aus dem Kühler auf. Oh nein, denke ich. Nicht so kurz vor dem Ziel?
Es stellt sich heraus, dass der Kühler irreparabel kaputt ist, wir aber weiterfahren können. Im Schleichtempo setzten wir unsere Reise fort und erreichen den Flughafen. Am frühen Abend landen wir wieder in Köln/Bonn und schließen unsere Freundinnen in die Arme.
Danke noch mal an Marc, ohne den diese Tour in dieser Form nicht hätte stattfinden können. Wir fangen zusammen zusammen 13 Welse, mehr als wir erwartet haben für eine Septembertour. Nur die Größen hätten besser sein können.
Ich komme wieder und träume weiter von meinem ersten Wels am deutschen Rhein?
Und hier noch ein paar Eindrücke:
for ever: catch and release