Gäddfeber goes GäddFestival 2007 Christoph und Damian
Es war alles noch ein Scherz als Damian sagte: „Ich hab noch paar Tage Urlaub dieses Jahr, sollen wir nach Schweden?“. Aus einem Scherz wurden dann ernsthafte Gedanken, aus den Gedanken wurden Pläne, aus den Plänen wurde dann schließlich eine kurzfristige Schwedenreise!
Im Sommer schon überlegten Jarek und ich in den Schärengarten zu fahren, um paar Hechtdamen zu ärgern, daraus wurde aber nichts, weil Jarek keinen Urlaub bekommen hat. Die Idee haben Damian und ich dann umgewandelt. In Südschweden findet unmittelbar nach der Pike Competition in Västervik das GäddFestival statt. Ein Turnier mit mehreren Hundert Hechtanglern, die in 3 Kategorien antreten: Catch&Release, Catch&Release Fly und Catch & Cook für die Fischesser unter den Hechtanglern. Wir wurden von Jürgen Willig, den Reiseveranstalter überredet am Turnier teilzunehmen. Eigentlich keine freiwillige Sache, da wir nur Hechtangeln wollten. Aber wenn man schon mal da ist, kann man auch mitmachen.
Damian wollte unbedingt bei Catch & Cook mitmachen aber ich konnte ihn gerade mal dazu kriegen uns doch bei der größten Kategorie C&R anzumelden! ;-)
Am 2. Oktober starteten wir die Reise mit 8 weiteren Hechtanglern, die auch am Wettkampf teilnehmen wollten. Am Mittwochmorgen kamen wir am Haus an…plötzlich tobte Jürgen herum, er schrie irgendwas von fertigen Ruten und schnell zum Steg! Als ich das endlich gepeilt habe, hatte Damian schon seine Jerke in der Hand, Jürgen ebenfalls und sie rannten zum Wasser. Ich wollte natürlich auch nix verpassen und lief schnell hinterher.
Dort erfuhren wir, dass der Bootsanleger ein hot HotSpot sei, von dem schon einige Meterhechte gefangen wurden. Jetzt verstand auch ich die Aufregung! Nach wenigen Würfen klopfte tatsächlich ein Hecht an, ein strammer 1/3 Meter!
Wir haben schnell die Autos entladen und die Leihboote besetzt. Jürgen zeigte uns erstmal die Gegend auf der Karte, später auch noch am Wasser. Nicht gut genug, wie wir am nächsten Tag feststellen mussten. Aber jetzt erstmal Pikies fangen…
Doch die Pikies hatten andere Pläne! Wir quälten uns den ganzen restlichen Tag, um paar Halbemeter zu fangen. Alle Köder wurden mindestens einmal durchgezogen, alle Wasserschichten beackert, NIX! Wir hatten leider das Pech, dass das Wasser in der Ostsee noch warm war und auch kein Wind in die Buchten der Schären drückte. Die dicken Hechte waren nicht da und die, die dort bissen waren vom Vorfach nicht zu unterscheiden. Aber selbst die Schniepel wollten nicht wirklich für Schwedenatmosphäre sorgen. PECH!
Abends sind Jürgen und paar Jungs zum Dorschangeln raus gefahren und kamen im Dunkeln erst wieder. Sie fingen in 2 Angelstunden über 70 Dorsche. Das wollten Damian und ich gar nicht glauben. Wir waren beide noch nie wirklich oft am Meer zum Fischen. Ich habe noch nie einen Dorsch an der Angel gehabt. Das wollten wir ändern.
Am 2. Tag kümmerten wir uns in den Morgenstunden und Hechte. Damian verhaftete einen sehr dicken Barsch. Jürgen ist sogar der Meinung, dass es der Schwedenrekord sein könnte.
Die Laune der Räuber war allerdings immer noch mies. So sind wir auf die Ostsee gefahren.
Aufgrund von der starken Temperaturunterschiede vom warmen Wasser zu kalter Luft hat sich jeden Morgen ein dichter Nebel gebildet. Wir kamen uns vor wie Vikinger, die in See stachen!
Mit dem Echolot haben wir schnell eine tiefe Stelle von gut 15 m gefunden und unsere FIN-S am 40 g Kopf runter gelassen. Kurze Zeit später machte ich auch meine ersten Dorscherfahrungen. Geil! Ich hätte nie gedacht, dass so kleine Fische, so einen Kampf liefern können.
An diesem Nachmittag haben wir knapp 90 Dorsche gefangen. Die Größen waren zwischen 25 und 67 cm. Der Durchschnitt lag bei ca. 45 cm. Aber selbst die konnte die leichten Jerken stark krümmen.
Es hat richtig viel Spaß gemacht, zumal die Dorsche unbeschadet zurückgesetzt werden konnten. Wir waren in der Geschichte so vertieft, dass wir erst bei Sonnenuntergang festgestellt haben, dass wir uns hier gar nicht so gut auskennen und der Rückweg erst gefunden werden will. Gute 3 Stunden, 15 km Umweg und 26 Telefonate später sind wir endlich auf Jürgens Boot gestoßen, dass auf uns vor der Bucht gewartet hat. Wir hätten den Weg nie gefunden!
Nächster Tag – Dorschi Tag
Diesmal wollten wir noch weiter raus, um die richtigen Schwärme zu finden. Vorsichtshalber sind Jürgen mit Peter gleich mitgekommen, damit sie uns nicht wieder nachts suchen mussten.
Erste Stelle brachte gleich einen 4-fach Drill. Und das ging den ganzen Tag so. Dorschis so weit das Auge reicht. Beim Absinken war es schon ein Wunder, wenn der Köder zum Grund kam. In den meisten Fällen wurde er schon Meter vorher vom Dorschi abgefangen.
Wir fingen einen nach dem nächsten bis der Drillarm wehtat. Spaß pur!
Am Ende des Tages hatten wir in vielleicht 8 Stunden 250-300 Dorschis im Boot. Das andere Boot hatte ähnliche Fänge. Unglaublich, wenn man hört, dass in manchen Regionen keine Dorsche mehr gibt.
Nach diesem Amüsement waren wir satt, was Dorschi anging. Pünktlich zum Wettkampf waren wir wieder auf Hecht fixiert.
8.00 sind wir mit dem Auto zum nächsten Treffpunkt gefahren, um dort das Equipment in Empfang zu nehmen. Für jeden Teilnehmer stand eine Messlatte, Einwegkamera und Fangliste bereit. Nach einer kurzen Erläuterung der Spielregeln auf Schwedisch ging es auch schon los. Die Tage zuvor testen wir paar nette Buchten an, die aber keinen Erfolg brachten. Trotzdem steuerten wir diese an aber an diesem Tag brauchten sie keine Kontakte.
Wir steuerten in eine kleine Bucht, die wir zuvor ausgelassen haben. „Warum eigentlich? Sie sieht gut aus, der Wind steht drauf. Lass uns dort versuchen!“
Die ersten Würfe vors Schilf brachten nix, dann ein Querwurf mittig zum anderen Ufer.. Schlag, Schlag, Pause…Schlag, Schlag, Schlag und Pause…BÄÄÄM!
Das Wasser explodierte und ein Riesenhecht durchbrach komplett die Oberfläche!
„Damian, Meter, Meter..das ist ein guter Meter!“
Je länger der Drill dauerte, desto weicher wurden meine Knie. Der Biss war spektakulär, der Fisch war fett und er könnte und noch oben in die Wertung katapultierten. Ich war so nervös, wie schon lange nicht mehr. Ich bat Damian den Fisch zu landen, damit ich ihm vernünftig mit der Rute dirigieren konnte. Nach paar Versuchen, war das Tier im Boot.
Mit Abstand mein schwerster Hecht, war mein Gedanke als ich ihn übernahm. Komischer Weiser war er im letzten Drittel sehr kurz. Die Messlatte zeigte trotzdem immerhin 112 cm auch wenn wir ihn viel größer geschätzt haben.
Nach dem Releasen brauchte ich ne Weile um einen klaren Kopf zu kriegen, dann schossen mir die Gedanken: „Wenn es auf den ganzen zig Kilometer Uferlinie der Schären so bescheiden läuft wie bei uns, dann kann man auf einen Platz unter den ersten 5 hoffen.“
Ich wollte mir auch nicht so viel Kopf darum machen, schließlich ist der Wettkampf nur eine Nebensache, viel wichtiger ist der gefangene Hecht.
Um 16 Uhr mussten wir unsere Unterlagen abgeben. Die über 300 Fänger oder Schneider mussten ausgewertet werden und um 18 Uhr war Siegerehrung der Tagesgewinner mit vorherigen traditionellen Wiegen der Hechte der Catch & Cook Klasse. Ein für uns unangenehmes Schauspiel die toten Hechte liegen zu sehen. Positiv ist nur, dass diese Klasse die kleinste darstellt und langsam dem Ende entgegen sieht. Es wurden auch nur wenige Hechte getötet.
Nach dem Wiegen wurden die Sieger aufgerufen. Ich war schon ganz gespannt, wo ich denn landen würde! „The Winner in Catch & Release is…Christoph C…blablabla…………from Tiskland! Christoph from Tiskland?
Sch….. das bin ja ich!
Tatsächlich, meine Dame hat mir den Tagessieg gebracht.
Am nächsten Tag mussten wir schon um 7 Uhr antreten, da der Wettkampf am Sonntag schon um 14 Uhr endete. Wir fischen einige bekennte Ecken ab, doch es tat sich nichts. Gegen Mittag haben wir noch einen sehr frustrierte Jürgen getroffen, der einen sehr guten Hecht im Drill verloren. Ärgerlich, dass der Hecht gerade an so einen Tag was anderes vorhatte, als auf ein Foto zu kommen.
Über den Tag fingen wir nichts Gutes mehr und fuhren relativ enttäuscht zu Abgabestelle. Dort horchten wir schon einige Fänge. Es wurden gute Fische gefangen aber nur sehr wenige.
Um 17 Uhr war die Siegerehrung des Turniers. Wieder mit vorherigem Wiegen der C&C Hechte. Dann wurden die Sieger genannt!
„The Winner in Catch & Release with 112 cm is…Christoph C…blablabla…………from Tiskland!
UNGLAUBLICH! Gäddfeber gewinnt das GäddFestival 2007!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!












